Abteilung Schwimmen



Vom Leistungssport zum Gesundheitssport
Schwimmen beim BVSV - Ingolstadt

Die Bedeutung der körperlichen Bewegung, zugunsten sportlicher Fitness und dem damit verbundenen Nebeneffekt, geistiger, körperlicher und seelischer Gesundheit, waren die vorrangigen Ziele der Schwimm-abteilung im 1957 gegründeten Sportverein. Der Wassersport fördert - bei Behinderten besonders - die Beweglichkeit des gesamten Körpers und trägt somit zur Stärkung und Erhaltung der Gesamtmuskulatur bei. Bei Kindern und Jugendlichen ist außerdem durch das Erlernen des Schwimmens oder auch nur durch die Bewegung im Wasser ein großer therapeutischer Erfolg zu erzielen.

Diese Grundsätze wurden durch eine intensive Breitenarbeit über Jahre in die Tat umgesetzt. Dass auch Spitzensportler aus dieser Gruppe zu ungeahnten Erfolgen kamen, war bei Gründung nicht absehbar und ist wohl erst in den folgenden Jahrzehnten dem hervorragenden Trainer und Abteilungsleiter Werner Leicht, seinem Jugendtrainer Konstantin Mayr und Anneliese Leicht, Trainerin und Schriftführerin zu verdanken.

Eine große sportliche Persönlichkeit war Wolfgang Wecker. Er war schon als jugendlicher Schwimmer ein Ausnahmetalent trotz seine Behin-derung. Wolfgang Wecker war mehrfacher Kreis- ; Oberbayerischer- ; Bayerischer und Deutscher Meister. Schon mit 15 Jahren gewann er seine erste Deutsche Meisterschaft über 100 Meter Brustschwimmen. Seine sportliche Laufbahn krönte er mit der Teilnahme 1980 an den Paralympics in Arnheim in den Niederlanden.
Dort errang er die Bronzemedaille über 100 Meter Brust und siegte mit der Nationalstaffel über 4 x 100 Lagen und gewann die Goldmedaille. Leider ist Wolfgang Wecker ebenso wie sein Trainer Werner Leicht viel zu früh von uns gegangen. Ihnen wollen wir aber hier ein ehrendes Andenken bewahren.

Von Erfolg zu Erfolg schwamm auch Peter Wiedemann. Auch er wurde in seiner aktiven Laufbahn mehrfacher Oberbayerischer- ; Bayerischer- ; und Deutscher Meister in allen Schwimmlagen. Einer der Höhepunkte in seiner außergewöhnlichen sportlichen Laufbahn war 1982 die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Stoke Mandeville in England.
Bei diesen Weltmeisterschaften errang er zwei Goldmedaillen, über 100 Meter Brustschwimmen in Weltrekordzeit, und über 4 x 50 Meter Lagen. Ergänzt wurde die Medaillensammlung durch den Gewinn von zwei Bronzemedaillen, und zwar über 50 Meter Schmetterling und 100 Meter Rückenschwimmen.
Der absolut Höhepunkt seiner Karriere war die Teilnahme an den Paralympics 1984 in Stoke Mandeville in England.
Auch hier wurde er in seiner Spezialdisziplin, dem 100 Meter Brustschwimmen, in einer neuen Weltrekordzeit Gewinner der Goldmedaille. Er gewann mit der 4x100 Lagenstaffel die Silbermedaille, und errang außerdem noch drei Bronzemedaillen, über 50 Meter Schmetterling, 100 Meter Kraul, und 200 Meter Lagen.
Danach beendete er 1984 seine aktive Laufbahn, ist aber auch heute noch ein aktiver Schwimmer, jetzt zur Fitness und in erster Linie für die Erhaltung seiner eigenen Gesundheit.

Werner Leicht, erfolgreichen Trainer sowohl dieser Ausnahmesportler als auch der gesamten Schwimmabteilung musste sich dann nach langen Jahren ehrenamtlicher Trainertätigkeit aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen.
Die Nachfolger in der Abteilungsführung waren Anneliese Leicht und Johann Welser. Auch Johann Welser verstarb leider viel zu früh.

Seit 1993 leitet nun Harald Höbusch die Schwimmabteilung. Er übernahm eine homogene Gruppe von Sportlerinnen und Sportlern. Einmal wöchentlich kommen die Teilnehmer regelmäßig, um ihren Körper wieder auf Vordermann zu bringen.



Schwimmen - Wassergymnastik - Schwimmen, in dieser Reihenfolge werden etliche Schweißtropfen an den Abenden vergossen. Bewegung im Wasser, auch Aqua-Jogging genannt, mit gymnastischen Übungen verziert, fordert von den Teilnehmern Ausdauer, Kondition und Beweglichkeit. Also Faktoren, die für das Herz-Kreislauf - System von großem Nutzen sind.

Dabei wird auch die Geselligkeit in der Schwimmabteilung nicht vergessen. Faschingstreiben mit Musik und Tanz werden angeboten und von den Teilnehmern mit kulinarischen Köstlichkeiten zu einem schönen Abend gestaltet. Reha - Sportwochen in Unterjoch gehören ebenso zum Programm der Schwimmabteilung, wie die jährliche Jahresabschluss-feier, die zusammen mit der Diabetiker Sportgruppe durchgeführt wird.

Und auch Schwimmen für Kinder und Jugendliche gibt es in der Abteilung. Oder auch nur Bewegung im Wasser. Betreut durch Martin Schweiger, einem ehemaligen Bayerischen Meister im Schwimmen, und dem Fachübungsleiter Harald Höbusch, erlernen die Kinder das Schwimmen - trotz ihrer unterschiedlichen Behinderung. Mit viel Lernfleiß und Freude an der neuen Bewegung im Wasser kommt der Nachwuchs gerne in die Übungsstunden. Wir sind dankbar, dass wir auch Kinder mit Behinderungen die Grundbegriffe des Schwimmens beibringen dürfen. Freude und Stolz kommen auf, bei den Kindern sowie den Eltern, wenn "sie" es geschafft haben - ohne die Unterstützung durch den Trainer - allein schwimmen zu können.
Vom Leistungssport zum Gesundheitssport lautet die Devise der Trainer Martin und Harald, die sich in allen Bereichen des Lebens positiv auswirkt. Die Mitgliederzahlen bei den Kindern steigen an, ein Zeichen der erfolgreichen Arbeit im sportlichen Bereich und des Vereinlebens, besonders aber in unserer Schwimmabteilung.

Gedenken wollen wir an dieser Stelle auch dem langjährigen Mitglied der Schwimmabteilung Rudolf Schwab. Seit Gründung des Gesamtvereins 1957 bis zu seinem Tod im Oktober 2005 war er aktiv bei den Schwimmern dabei.

Harald Höbusch Abteilungsleiter Schwimmen Tel.: 0841 / 71769