Geschichte Abteilung Jugend

 

Die Jugend war und ist auch heute noch teilweise in den einzelnen Abteilungen "integriert". Insbesondere soweit es dabei um die Sportarten - Tischtennis - Kegeln - Schwimmen - Radfahren - Wandern - und Wintersport geht, sind junge und jugendliche Mitglieder in der Abteilung gerne gesehen.

Seit 1996 / 1997 hat sich daneben aber eine eigene Jugendabteilung etabliert, nämlich die der Rollstuhlfahrer. Sie zählt doch immerhin rund 20 Mitglieder, wenn auch nicht alle gleich aktiv sind. Begonnen hat das aus einem ganz kleinen "Haufen" von gerade einmal einer Handvoll Kindern, mit denen unsere damaligen Übungsleiter - Peter Wiedemann und Gustav Gross – begannen, den Umgang mit einem Rollstuhl zu erlernen.


So stand damals noch kein Ballsport im Vordergrund, vielmehr war es die nicht immer leichte Aufgabe für die Übungsleiter, den Kindern erst mal die Mobilität im Rollstuhl zu zeigen und anzuüben. Schnell oder Kurven zu fahren, mit dem Rollstuhl die vorderen Räder in die Luft zu bekommen ("kippeln"), leichte Steigungen hinauf und hinab zu fahren, das alles wollte erst mal erlernt werden, ohne Hilfe der Eltern. Ball fangen, passen und prellen waren dann weitere Grundlagen für das jetzige Können.

Dank der unermüdlichen Bereitschaft der beiden erwachsenen Rollstuhlfahrer machte es den Kindern jedoch zunehmend Spaß und sie erkannten auch bald, dass man im Rollstuhl nicht zum "zuschauen" abgestempelt ist. Bei Heimspielen der "Snakes" - unserer erwachsenen Rollstuhlbasketballer - wurde der Drang nach mehr geweckt. Mit Frank Westenberger fand sich dann noch ein weiterer Fachübungsleiter, der die Jugend - zuerst noch mit Peter und Gusti und später auch mit dem Jugendabteilungsleiter Gerhard Gmeiner - gemeinsam betreute.


Die Kinder wollten dann auch selbst Ball spielen. Der Basketballkorb allerdings hing zu dieser Zeit noch viel zu hoch! Da kam man auf die Idee, Handball zu spielen - die Tore standen bereits in der Halle und mit einem Volleyball (weil der nicht so hart war) hatten die Kinder sowieso schon werfen, passen und fangen geübt. Speziell auf die jungen Rollstuhlfahrer abgestimmte Regeln erleichterten das Spiel.

Rasch hatten die Kinder daran Gefallen gefunden und man kam auf die Idee, ein Turnier gegen andere jugendliche Rollstuhlfahrer zu veranstalten. So gelang es erstmals an Christi Himmelfahrt (Vatertag) im Jahr 1999 ein Handballturnier auszurichten, zu dem Gäste aus Fürstenfeldbruck, Straubing und Ravensburg kamen und nach den "Ingolstädter Handballregeln" gegeneinander kämpften.

Im Gegenzug wurden in der Folgezeit Einladungen aus Straubing und Fürstenfeldbruck angenommen und seither regelmäßig - jetzt schon mit Tradition - 2006 zum 8. Mal - am Vatertag ein Handballturnier in Ingolstadt abgehalten. Insgesamt schon über 20 Turniere haben die jungen Rollstuhlfahrer inzwischen besucht.

Die jungen "Rollis" wurden älter und haben neben dem Ballsport auch gelernt, alleine einzelne Stufen, vor allem Randsteine rauf und runter oder auch Rolltreppen zu fahren, was die Mobilität und Selbständigkeit enorm fördert.

Kleinere Rollifahrer kamen nach, denen nun schon die älteren zeigen konnten, was man im Rollstuhl alles machen kann und die Gruppe wurde größer. Eine Zeitlang hatten wir sogar zwei Gruppen, bei deren Betreuung unser auch bei den Schwimmern engagierter Übungsleiter Harald Höbusch tatkräftig mithalf.


Im Laufe der Jahre sind wir auch mit der ganzen Gruppe mehrfach zu einer Sommer-Freizeit gefahren. Dabei kam neben geselligem Beisammensein auch der Sport nicht zu kurz.
Und gerade damals haben die erwachsenen Rollstuhlfahrer den jungen Rollstuhlfahrern auch einiges für das tägliche Leben im Rollstuhl gelernt. Bei gutem Wetter waren wir damals in Eglofstein und in den Jahren darauf zweimal in Selb.

Allerdings muss man auch festhalten, dass über längere Zeit keine Neuzugänge, vor allem kleinere Kinder mehr zu verzeichnen waren und dass die älteren, schon Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, auch andere Aktivitäten haben und nicht mehr alle so regelmäßig zum Sport in der Jugendgruppe erscheinen. Auch die erwachsenen Rollifahrer zogen sich nach und nach als Übungsleiter zurück und so sind wir froh, dass sich seit 2006 mit Veronika Gmeiner und Steffi Haberl zwei junge Frauen gefunden haben, die die Ausbildung zum Fachübungsleiter abgeschlossen haben und unsere Jugend weiter engagiert betreuen.

Außerdem haben wir seit nun schon fast 5 Jahren mit Andreas Wolf einen weiteren Übungsleiter gefunden, der sich um die Aktivitäten der Jugend annimmt, und den jungen Sportlern mit Wa-Shin-Tai etwas völlig Neues zeigen und beibringen wollte.

WA SHIN TAI - eine fernöstliche Sportart der Selbstverteidigung. Anfangs wurde Andreas mit Skepsis angeschaut, als der Vorschlag kam, Selbstverteidigung für Behinderte anzubieten. Wie soll sich den ein Rollstuhlfahrer gegen einen Fußgänger verteidigen? Nach nur zwei Übungsstunden machte es aber allen mächtig Spaß und wurde fester Bestandteil der Trainingsabende der Rollstuhljugend.

Eine neue Sportart bzw. Abteilung war gegründet. Es lief sogar so gut, dass mehrere unserer Jugendlichen bereits einige Prüfungen abgelegt haben. Sie dürfen jetzt Schärpen in den Farben gelb, orange, grün und blau - "OBI"s genannt - tragen.

Vorführungen der bereits erlernten Verteidigungstechniken bei den Handballturnieren in Fürstenfeldbruck, Straubing und natürlich Ingolstadt waren echte Höhepunkte.

Mittlerweile sind wieder einige Kinder dazugekommen und wir können stolz auf mehr als 15 aktive Kinder zählen. Auch Gustav Gross konnte wieder als Übungsleiter gewonnen werden und unterstützt die zwei bisherigen Übungsleiter tatkräftig.


So können wir 2013 unser 15. Rollstuhlhandball-Turnier veranstalten!


Wir hoffen dennoch auf weiteren Zulauf für die Abteilung „Jugend“, um noch viele Jahre weiter aktiv sein zu können!

 

 



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